Grün in Königsmoor 2016

Wegeränder müssen geschützt werden!

Im Bundesnaturschutzgesetz, Paragraf 39 Abs. 1 heißt es: „es ist verboten, wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten, Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.“

Der natürliche Lebensraum von Tieren und Pflanzen wird immer weiter zerstört. Wer über Land fährt, wird es im Sommer daran merken, dass kaum noch Insekten auf der Windschutzscheibe landen. Das liegt nicht nur an den Spritz- und Düngemitteln, die zum Einsatz in der Landwirtschaft kommen, sondern auch am Überpflügen der Äcker.
Zwischen Straße und Acker sollten immer ein paar Meter Platz für Blumen, Büsche und Bäume sein. Bienen und andere Tiere finden hier ihre Nahrung. Leider nicht, wenn die Seitenränder von Landwirten zum Wenden überfahren werden und die Spritzdüsen dabei nicht geschlossen werden.
Die Bepflanzung wird vernichtet, und sogar Bäume werden umgeknickt, obwohl die Seitenränder öffentliches Eigentum sind. Sie werden von der Landwirtschaft, manchmal auch von Pferdekoppeln vereinnahmt und gehen dem Naturschutz verloren. Die Schäden sind enorm und das Vorgehen ist kein Kavaliersdelikt. Dieser Eindruck entsteht aber, da von den Gemeinden zwar zugesehen, aber nichts dagegen unternommen wird. Dabei ist es heutzutage technisch möglich, eine Überpflügung zentimetergenau festzustellen.
Wir GRÜNE setzen uns daher für eine Einhaltung der Grundstücksgrenzen und Erhaltung der Randstreifen, bzw. der eingerichteten Blühstreifen ein.

Glyphosat

Glyphosat gilt als der meistverwendete Pestizidwirkstoff der Welt, bekannt unter dem Namen round-up. Von dem Allround- Ackergift werden rund fünf bis sechs Millionen Liter reines Glyphosat Jahr für Jahr in Deutschland versprüht. Rückstände sind inzwischen in vielen Lebensmitteln und sogar in unseren Körpern nachweisbar. Im März 2015 stuften die Krebsexperten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für Menschen“ ein.
Über die Unbedenklichkeit streiten sich Experten, aber solange Zweifel daran bestehen, gilt für uns das Vorsorgeprinzip.

Einsatz von Düngemitteln überwachen

Eine ertragreiche Landwirtschaft braucht als Ergänzung der Bodenfruchtbarkeit die regelmäßigen Gaben von Dünger, sei es als Wirtschaftsdünger, Kunstdünger oder auch Gärreste oder Klärschlamm. Dass geeignete Düngemittel verwendet werden und dass diese nur bedarfsgerecht aufgebracht werden, regelt das Düngegesetz von 2009. Soweit so gut – sollte man denken. Aber, der BUND resümierte im März 2016: „In vielen Regionen ist der Stickstoffüberschuss durch intensive Tierhaltung und Biogasanlagen deutlich angestiegen. Ein Teil der Überschüsse gelangt in das Wasser und die Luft. Dadurch wird das Grundwasser belastet, sowie die Nord- und Ostsee verunreinigt. Eine deutliche Verschärfung des Düngerechts ist dringend geboten, um das Trinkwasser, sowie Natur und Umwelt besser zu schützen.“ Eine Novelle des Gesetzes und der davon abhängigen Verordnungen ist zurzeit in der Beratung. Als GRÜNE fordern wir, dass die Hoftorbilanz für Stickstoff und Phosphor, also die Kontrolle dessen was rein- und rausgeht, für alle Betriebe verpflichtend wird und dass generelle Abstandsregeln für das Aufbringen von Düngern an Rändern von Gewässern festgeschrieben werden. Dass ein Gesetz gut ist, wenn die Regeln auch kontrolliert werden, ist einleuchtend. Daher ist es Aufgabe der Landesverwaltungen, die Bestimmungen des Düngegesetzes auch zu kontrollieren. Ob die Nitratbelastungen dann wohl zurückgehen?

Erhalt des Grünlands

Wer kennt nicht die grünen Flächen in unseren Niederungen, die aussehen wie ein Golfrasen und deren biologischer Wert fast vollständig verschwunden ist. Wiesenvögel sind die großen Verlierer des Agrarwandels der letzten Jahrzehnte. Hier wurde zwar schon mit einer Verordnung zum Erhalt des Dauergrünlands gegengesteuert, aber die Praxis ist ernüchternd: Selbst auf Flächen, die unter – wie man denkt – strengem Schutz der Natur stehen, werden Wiesen umgebrochen, neu mit schnellwüchsigen Gräsern eingesät, mit Herbiziden die Kräuter beseitigt und den letzten Kiebitzen, Schafstelzen und anderen Tiere endgültig der Lebensraum genommen.
Im Sinne eines Erhalts der biologischen Vielfalt in unserer Landschaft bedarf es eines wesentlich strengeren Schutzes der verbliebenen Wiesen und Weiden. Dass durch eine Änderung der Begriffsbestimmung „Grünland“ – dies umfasst seit 2015 auch Flächen mit Sträuchern und Bäumen, auf denen gegrast werden kann, also z. B. die Heiden in unserer Nachbarschaft – der verbleibende Anteil künstlich hochgerechnet wird, ist ein Skandal. Und dass Flächen zum Umbruch freigegeben werden, wenn anderswo neues Grünland angelegt wird, führt in der Regel zu nachhaltigen Wertverlusten im Hinblick auf die Natur. Hier hoffen wir, dass die staatlichen Stellen die kritische Situation erkannt haben und verantwortungsbewusst im Sinne des Erhalts der biologischen Vielfalt agieren.

Jagd verantwortungsvoll gestalten

Die Jagd muss sich an ökologischen Prinzipien und den Erfordernissen des Tierschutzes ausrichten. Die Jagd auf wildlebende Tiere ist nur dann zuzulassen, wenn sie ökologisch verträglich ist und die getöteten Tiere verwertet werden. Tiere, die in ihrem Bestand gefährdet sind, dürfen nicht bejagt werden. Wir wollen die Jagdzeiten ebenso wie die Liste der jagdbaren Arten verkürzen. Den Abschuss von Haustieren sowie den Einsatz von Fallen lehnen wir ab. Wir setzen uns für ein Verbot von bleihaltiger Munition ein, um die Vergiftung von Greifvögeln und der Umwelt allgemein zu reduzieren.
In Schutzgebieten, einschließlich Natura-2000-Gebieten, soll die Jagd nur dann zulässig sein, wenn sie zur Erreichung der Schutzziele erforderlich ist. Es kann nicht angehen, dass selbst in Vogelschutzgebieten, die ausdrücklich dem Schutz nordischer Gänse dienen, die Jagd auf diese Arten ausgeübt werden darf! Unser Ziel ist die generelle Einstellung der Jagd auf Zugvögel in Niedersachsen.

Ein Fracking Verbot und die Änderung des Bergrechtes ist überfällig

Wir GRÜNEN tragen die Resolutionen des Landkreises Harburg und vieler Gemeinden im Landkreis gegen das umstrittene „Hydraulic Fracturing“ mit. Solange beim „Fracking“ Gefährdungen für Mensch und Natur nicht ausgeschlossen werden können, darf dieses Verfahren nicht weiter angewendet werden.